Der Fuchs und die Oliven
Ein Fuchs schlich durch den stillen Olivenhain,
die Nacht weich wie Samt, der Mond silbern wie Öl.
Er roch die reifen Oliven, schwer an den Zweigen,
und seine Nase zuckte – süß und bitter zugleich.
Langsam, leise, als wollte er das Schweigen nicht brechen,
kostete er eine Olive, dann noch eine.
Die Frucht war bitter, doch die Blätter flüsterten:
„Geduld, kleiner Freund, Geduld – erst die Reife bringt die Süße.“
Der Fuchs legte sich zwischen die knorrigen Wurzeln,
blickte zum Sternenhimmel und verstand plötzlich:
Nicht alles, was gut schmeckt, ist sofort bereit.
Und nicht alles, was bitter ist, soll man meiden.
So schlief er ein, umgeben vom Duft der Oliven,
träumend von Früchten, die nur die Zeit schenken kann.